Junggesellenabschied
Der Junggesellenabschied - Die letzte Nacht als Single
Ähnlich dem Polterabend nehmen Braut und Bräutigam beim Junggesellenabschied Abschied von ihrem Singledasein. Im Gegensatz zum Polterabend aber nicht auf einem gemeinsamen Fest, sondern der Bräutigam zieht mit seinen Freunden los, die Braut entsprechend mit ihren Freundinnen. Der Junggesellenabschied ist in seiner ursprünglichen Form ein englischer Brauch, dort bekannt unter dem Namen „Star Night“. Dem zu Folge trafen sich die männlichen Familienmitglieder der Braut und des Bräutigams zusammen mit dem Bräutigam bei dessen Vater. Ziel war es den Bräutigam zu testen, in wie weit er sich seiner ehelichen Pflichten bewusst war. Heute ähnelt die Star Night einem Junggesellenabschied in Deutschland: der Trauzeuge organisiert eine Art Kneipentour für den Bräutigam und seine Freunde. Häufig ist auch ein Striplokal Teil dieser Kneipentour.
Der Junggesellinnenabschied ist ein noch nicht ganz so alter Brauch, entwickelte sich aber parallel zum Junggesellenabschied. Auch für die Braut wird häufig ein Stripper organisiert. In England ist dieser Abend als „Hen Night“ bekannt, also Hennenabend. Zu dieser „Hen Night“ wurden traditionell alle weiblich Familienmitglieder eingeladen. Statt fand die Feier im Haus der Brautmutter und anlässlich der Feier wurde alles rosa dekoriert, auch eine rosa Torte durfte nicht fehlen. Der Braut werden auch kleinere Geschenke wie Kochbücher, Dessous oder Babyzubehör gemacht. Aber ebenso wie die ursprüngliche Star Night ist die Hen Night in Großbritannien in den 90er Jahren völlig aus der Mode gekommen.
Junggesellenabschiede in Deutschland
In Deutschland werden Junggesellenabschiede in der Regel sehr feucht fröhlich im Rahmen einer Kneipentour oder auf einem Volksfest gefeiert und die Freunde der Brautleute machen sich oft einen riesengroßen Spaß daraus ihnen oft sehr peinliche Aufgaben zu stellen, die teilweise auch die Schamgrenze mancher Beteiligten überschreiten können. Häufig müssen Braut oder Bräutigam ein T-Shirt tragen, das von den Freunden selbst entworfen wurde und unmissverständlich über ihre Situation Auskunft gibt, so dass auch jeder Fremd mitbekommt was der Anlass der Feier ist. Oft findet man auf solchen T-Shirts Sprüche wie „Letzter Tag in Freiheit“, „Ehesklave“; oder „NOCH bin ich zu haben“. Zusätzlich muss das Paar in der Regel sein Verkaufstalent beweisen und beispielsweise von den Freunden bereitgestellte Süßigkeiten oder Spirituosen an wildfremde Menschen zu verkaufen. Hin und wieder müssen auch Küsse an Fremde verkauft werden. Oder der Braut oder dem Bräutigam wird zu Beginn des Abends ein Klotz ans Bein gebunden, als Symbol für die bevorstehende Ehe.
Alternativen zum "normalen" Junggesellenabschied
Junggesellenabschiede können aber auch anders ablaufen. Beispielsweise kann der Abschied des Bräutigams auch mit dem Besuch eines Fußballspiels in einem Stadium begangen werden, bei einem Billardabend, einer mehrtägigen Wandertour ganz unter Männern, oder aber auch mit einem Wochenendurlaub am Ballermann.
Junggesellinnenabschiede hingegen können auch auf einer Beautyfarm abgehalten werden oder mit einer Pyjamaparty unter Freundinnen. Der Junggesellenabschied wird in der Regel vor der standesamtlichten Trauung gefeiert und auch vor dem Polterabend.
